Kritik


Wer Ansichten vertritt, die den Aussagen der Lehrbücher gänzlich entgegenstehen, muss natürlich Kritik erwarten. Dieser hat sich Louis Kervran immer energisch gestellt. Lange hatte er auch gezögert, bis er mit seinen Beobachtungen überhaupt an die Öffentlichkeit ging. 

 Hier ein typisches Beispiel für die gängige Kritik*:

Klaus Roth 2010
Wie die meisten Kritiker, so hat auch der Verfasser dieses Textes anscheinend sich nicht die Mühe gemacht, einmal Kervrans eigene Werke genauer zu lesen. Dann hätte er schnell gemerkt, dass Kervran durch und durch Physiker ist, sich gut mit den Aussagen der Physik über Kernfusion auskennt und sich sehr genau an die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens hält. Obendrein veröffentlichte er seine Erkenntnisse in anerkannten Fachzeitschriften.

Die Verleihung des Ig-Nobelreises im Jahr 1992 verkennt, dass
* Kervran bereits seit 1983 tot war
* seine Arbeit strengen Regeln der Forschung gehorchte und keine Alchemie war
* Kervran bereits 1975 für einen echten Nobelpreis vorgeschlagen worden war
* er nie von Kalter Fusion, sondern von "Niedrigenergie-Transmutationen in biologischen Systemen" sprach
* die genannten Experimente nicht von ihm, sondern bereits 1799 von Louis-Nicolas Vauquelin durchgeführt wurden

So ist dieser Text ein anschauliches Beispiel dafür, wie hergebrachte Wissenschaft mit neuen Ideen meistens umgeht: ignorieren, bekämpfen, verspotten. Soziologen haben schon lange erkannt, dass es nicht reicht, einfach tolle neue Ergebnisse zu publizieren. Die Forschergemeinde und die Öffentlichkeit ringen darum, wie die Experimente gedeutet werden sollen und was wahr sein soll:

      "Nicht die wissenschaftlichen Experimente liefern also die Tatsachen; es ist vielmehr ein Prozess einer allmählichen Einigung über das, was wahr sein soll, in dem Tatsachen definiert werden. An ihm sind wir alle beteiligt"  (Seite 215).
- Harry Collins, Trevor Pinch: Der Golem der Forschung. Berlin 1999


* aus: Klaus Roth: Chemische Köstlichkeiten (2010) ISBN 978-3527327522


"Fakten verschwinden nicht, wenn man sie ignoriert." - Aldous Huxley (1927)